Christine Christine

Italienische Buttercreme meistern: Tipps, Aufbewahrung & Pannenhilfe

Italienische Buttercreme wird gerade gerührtFoto: Adobe Stock/MW Photography
Artikel zum Hören - 3:45 Min. Anhören Stoppen
Kurzfassung

Italienische Buttercreme selbst herzustellen ist leichter, als man denkt, wenn man die richtigen Tipps kennt. Sie besticht durch Stabilität und seidigen Glanz und ist ideal für Hochzeitstorten, Motivtorten und die Torta Mimosa. Der entscheidende Punkt ist der Zuckersirup, der auf exakt 118 °C erhitzt werden muss, um die Creme stabil zu machen. Falls die Creme nicht fest wird oder gerinnt, gibt es Rettungstipps: Bei suppiger Creme sollte die Mischung gekühlt und erneut aufgeschlagen werden, bei grieseliger Creme hilft Wärme. Die Buttercreme kann bis zu 5 Tage im Kühlschrank oder 3 Monate eingefroren aufbewahrt werden. Reste sind als süßer Aufstrich oder im Kaffee ein Genuss. Bereit für das Rezept?


Du willst dich an die Königin der Cremes wagen, hast aber Angst, dass sie nicht fest wird? Keine Sorge! Italienische Buttercreme selber machen ist einfacher, als du denkst – wenn man die richtigen Profi-Tipps kennt. In diesem Artikel verraten wir dir, wie du die perfekte Temperatur triffst, wie die Aufbewahrung gelingt und wie du eine geronnene Creme in Sekunden rettest. Mach Schluss mit Küchen-Frust und hol dir das La pasticceria-Wissen!

Wofür braucht man italienische Buttercreme eigentlich?

Selbstgemachte italienische Buttercreme in einer Glasschüssel mit HolzlöffelFoto: Adobe Stock/MW Photography

Im Gegensatz zur deutschen Puddingbuttercreme oder der sehr süßen amerikanischen Variante, besticht die italienische Version durch Stabilität und einen seidigen Glanz. Das macht sie zur ersten Wahl für:

  • Hochzeitstorten & Motivtorten: Sie ist "fondanttauglich" (löst den Zuckerüberzug nicht auf) und bleibt auch auf Sommerfesten stabil.
  • Torta Mimosa: Der Klassiker zum Weltfrauentag braucht genau diese Festigkeit, damit die Biskuit-Brösel außen haften. Hier geht es zum Rezept für Original Torta Mimosa mit Limoncello-Creme zum Weltfrauentag
  • Exakte Dekorationen: Sie lässt sich extrem scharfkantig einstreichen und spritzen.

Das Temperatur-Geheimnis (118 °C)

Der kritischste Punkt beim Selbermachen ist der Zuckersirup. Er sterilisiert das Eiweiß und sorgt für die Standfestigkeit. Er muss exakt 118 °C erreichen.

So misst du ohne Thermometer (Die „Kugelprobe“):

  1. Stelle eine Schüssel mit eiskaltem Wasser neben den Herd.
  2. Gib nach 3–5 Minuten Kochen etwas Sirup mit einem Löffel in das Eiswasser.
  3. Kannst du den erkalteten Zucker zu einem weichen, biegsamen Kügelchen formen? Perfekt!
    • Löst er sich auf? Zu kalt.
    • Ist er hart/brüchig? Zu heiß (Karamell).

Pannenhilfe: Die Creme wird nicht fest oder gerinnt!

Das sind die zwei häufigsten Fehler – und so rettest du die Creme, ohne Zutaten wegzuwerfen:

Fall 1: Die Buttercreme ist suppig und wird nicht fest

Die Ursache: Der Eischnee war noch zu warm, als du die Butter hinzugefügt hast. Die Butter ist geschmolzen. Die Rettung: Stelle die Schüssel samt flüssiger Creme für ca. 15–20 Minuten in den Kühlschrank. Schlage sie danach erneut auf höchster Stufe auf. Sie wird sich verbinden und fest werden. Versprochen!

Fall 2: Die Buttercreme ist grieselig / geronnen (wie Rührei)

Die Ursache: Die Butter war zu kalt oder der Eischnee schon zu stark abgekühlt. Fett und Wasser verbinden sich nicht. Die Rettung: Du brauchst Wärme! Nimm einen Föhn und erwärme die Schüssel von außen leicht, während du weiter schlägst. Alternativ nimmst du 2–3 EL der Masse ab, schmilzt sie in der Mikrowelle und gibst sie tröpfchenweise unter Rühren zurück zur Restmasse. Plötzlich wird alles wieder glatt und cremig.

Aufbewahrung & Haltbarkeit: So planst du vor

Das Tolle an diesem Rezept: Du kannst es wunderbar vorbereiten.

  • Im Kühlschrank (4–5 Tage): Luftdicht verpackt (Wichtig: Butter nimmt schnell Fremdgerüche wie Zwiebeln an!). Achtung: Die Creme wird im Kühlschrank steinhart. Du musst sie vor der Verwendung zwingend auf Zimmertemperatur kommen lassen und dann noch einmal kräftig aufschlagen.
  • Im Gefrierschrank (bis zu 3 Monate): Italienische Buttercreme lässt sich hervorragend einfrieren. Zum Auftauen über Nacht in den Kühlschrank stellen, dann auf Raumtemperatur bringen und aufschlagen.

Genuss-Tipp für Reste: Nichts wegwerfen! Reste eignen sich perfekt als süßer Brotaufstrich auf übrig gebliebenem Panettone oder Hefegebäck. Auch im Kaffee schmeckt ein Löffel davon herrlich karamellig.

Du fühlst dich bereit? Hier geht es direkt zum Schritt-für-Schritt Originalrezept